Mots pliés et dépliés

Verloren

Jul 2020

Es sind nur ein paar Skizzen. Auf graues Papier geworfen.

Aufgebrauchte Leben. Kaum angefangen. Stumpfes Licht umgibt diese traurigen Gestalten im Morgengrauen.

Es regnet immer und immer wieder. Ein blasses Licht umgarnt ihre traurigen Gesichter. Ein Regen aus blassem Licht.

Schemenhafte Umrisse von Leben. Zerknüllte Entwürfe. Verworfen, geworfen. Und zum Überfluss den Papierkorb verpasst. An diesem Morgen, in der großen Stadt, ist die Sonne aus grauem blassen Beton.

In der Kälte eine leise, warme Stimme: „ Guten Tag, der Herr. Hätten Sie ein Essen für mich, ein paar Münzen?“

Ich krame in meinem Portemonnaie. Ein paar Münzen. Ein Dankeschön. Ein Guten Tag auf den Weg. In den noch nicht verwaschenen Augen noch so viel Zuversicht.

Mein Herz sticht. Mieses Elend!

An einem Pfeiler schläft einer. Ein warmer Fluss hat seinen leichten Körper durchdrungen. Bis zu seinen Augen. Warmes, goldenes, süßes Gift. Und dann erlischt das Licht.

Eine rotorange Sonne fährt die Straße herunter. Es ist die Kehrmaschine.

Horden von hastigen Menschen laufen an diesem „Missgeschick“ vorbei.

Sind Misere, Elend ansteckend?

Gutmeinende Väter zeigen mit dem Finger. Sie predigen von ihrer mickrigen Kanzel: „Sowas hat man davon, wenn man in der Schule nicht aufgepasst hat.“

So kleine politische philosophische Popel!

Und die Tussis im Schatten ihres gummierten Adonis‘ nicken.

Eine Welt von Nickern! Und so endet, was Menschheit ist. Ist, isst, frisst!

Stumpfe Farben im grauen Licht. Es ist wie es ist. Ehrlich. In meinem Herzen suche ich nach Spuren von Dir. Ich suche Dich.

Deine verlorenen, verlassenen Kinder! Oh, Gott! Warum sagst du nichts? Schämst du dich nicht? Warum tun wir nichts?